Into the Fiordlands

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Wir haben ein stürmische Nacht hinter uns, die nur wenig Ruhe zum Schlafen bot. Da wir die Nacht auf dem Milford Mariner Segelschiff fix gebucht haben, müssen wir heute so viel wie möglich Weg zurück legen, am besten bis zum letzten Zeltplatz vor dem Pass. Wir starten in Te Anau, der Wind bläst in strengen Böen gegen uns. Bereits nach 15km will Gaby genervt die Segel streichen und umkehren. Bei 10km/h Hügel hoch und runter ist ein Ende nicht in Sicht. Das iPhone muss herhalten für die Suche nach Bus, Mietwagen und Co. Das Netz ist hier draußen aber so langsam, dass wir schließlich doch weiter radeln. Zur Belohnung spendet uns die Strecke ab und an Waldstücke – Regenwald – die den Wind wenigstens etwas abschirmen. Nach 29km kommt eine Lodge und der Hinweis “Last Café before Milford”. Wir kehren ein, das beste Menü ist ein Toast ‘all in’ ergänzt mit Muffin und Cola. Weiter geht es durch Regenwald, über endlose Hügel und vorbei ein Bächen und Seen. Die Landschaft wir zunehmend interessanter. In Knobbs Flat, etwa 16km vor dem erhofften Tagesziel, ist ein bewirtschafteter Campingplatz. Wir kaufen 2 Dosen Cola und 1 Dose Sprite am Automaten, mehr gibt es nicht. Wer weiß, wann wir das nächste Mal frisches Trinkwasser sehen werden. Allein der Gedanke, Cola in der Tasche zu haben, verleiht Flügel. Wir radeln fleißig die nächsten Hügel und Windpassagen entlang und erreichen tatsächlich den Campground am Lake Gunn. Wir hatten uns hier einen einsamen See im nirgendwo vorgestellt. Als wir eintreffen, stehen bereits ein Duzend Camper und Autos herum. Später werden es doppelt so viele dicht an dicht. Glücklich, ein Zelt mit Schlafsack zu haben, beobachten wir ein Pärchen in Flipflops, wie sie durch das ausgetrocknete Flussbett staksen. Leicht zimperlich wird ein aufgeblasenes luxuriöses Gästebett ans Ufer des Sees platziert. Wir beschäftigen uns indessen mit der simplen Frage, wie wir an Trinkwasser kommen, wo doch das Flussbett ausgetrocknet ist. Der Ranger, besser gesagt Ranger und Rangerin auf der abendlichen Budgetkontrolle, meinen, abgekochtes Seewasser aus dem Lake Gunn würde auch bekömmlich sein. Nun gut. Wir sind trotzdem sehr sparsam und gehen nach einem Topf Nudeln vom Campingkocher bereits kurz nach 20 Uhr etwas durstig in unsere Schlafsäcke.

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