Kayakabenteuer in Abel Tasman

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Heute ist Karstens Geburtstag. Einer, den er bestimmt nicht so schnell vergessen wird ;-)
Wir haben heute den Ausflug in den Abel Tasman NP geplant. Der Wecker klingelt um 6Uhr, um 8Uhr werden wir von klapprigen Shuttle Bus abgeholt. Wir werden bis Maharau, dem südlichen Wassersportort im Nationalpark gebracht. Einige Teilnehmer machen eine geführte Tour, wir haben uns aber für sogenanntes Freedom Kayaking entschieden, da wir gemütlich für uns entlang der Küste Paddeln wollen. Die Einweisung ist schon voll im Gang, als wir hinzu stoßen. Wir verpacken unsere Tagesfracht im Kayak, nehmen Schwimmweste und Kayakrock und verladen unser Doppelkayak auf den Anhänger. Etwa 6 Kayaks dieser Art sowie die Freedom Kayak’ler werden zur Einstiegsstelle am Meer gefahren. Irgendwie geht alles rucki-zucki hier. Wir können gerade noch etwas Sonnencreme auftragen und schon sitzen wir mit einem Paddel in der Hand im Kayak und sollen losfahren. Wir hatten den groben Plan mit dem Guide abgesprochen, er fand es toll und nannte uns die Uhrzeit und eine kleine Bucht, an der wir mit dem Wassertaxi abgeholt werden würden. Alles klaro, los geht’s. Wir paddeln und paddeln, macht richtig Spaß. Nur die Motorboote machen manchmal Wellen, die ganz schön schaukeln. nach einer Weile schauen wir auf die Uhr und beschließen, nicht zu einer Insel zu paddeln, wo es viele Robben geben soll. Das Paddeln entlang der Küste bei ruhigem Meer ist echt schön, man sieht Buchten, Strände und kleine Höhlen und es zirpt permanent. Leider ist das Wetter nicht besonders, es ist inzwischen ziemlich bewölkt und nieselt auch mal kurz. Da wir weiter paddeln als die anderen, die mit uns gestartet sind, sind wir bald alleine. Bevor wir eine große Landzunge umrunden, sehen wir auf einem Fels etwa 10m entfernt eine dicke fette Robbe liegen. Wir schauen fasziniert zu, bis sie ins Wasser springt. Noch ein paar mal sehen wir ihre Flosse, dann ist sie weg. Wir müssen also ein Stück aufs offene Meer hinaus fahren, um die nächste große Bucht zu erreichen. Wir sind schon etwa 2h unterwegs ohne Pause. Der Wind nimmt stark zu, es ist kühl und irgendwie sind hier ziemlich hohe Wellen, auch ohne Boot. Wir kommen langsamer voran und sorgen uns nun mittlerweile um die raue See. Karsten spricht von nahezu 1m hohen Wellen, kein Kayak weit und breit außer uns. Uns wird etwas mulmig, zügig paddeln wir weiter. Karsten meint, er hätte gelesen, dass die Kayaks hochseetüchtig sind, ich weiß noch nichtmal, was es überhaupt auf englisch heißt. Mit dem aufkommenden Galgenhumor und der Feststellung, das dies sicherlich Karstens abenteuerlichster Geburtstag ist, landen wir an einer Bucht für ein kurzes Picknick. Toll, wir haben uns eine Privatbucht ausgesucht, wo man noch nicht mal hinter einen Busch springen kann. Schnell geht es weiter und wir müssen erneut eine Landzunge bei welliger See umschiffen. Immer weiter und weiter suchen wir nach unserer Zielbucht. Und da plötzlich finden wir sie, ein Schild mit deren Namen lässt uns sicher sein. Ich bin inzwischen eh schon patschnass, da ich vorne sitzend immer brav die Wellen brechen durfte. Ich steige als erste aus dem Kayak und noch ehe ich es an Land ziehen kann, wird Karsten von hinten von einer Brandungswelle überspült. Jetzt sind wir beide nass, aber was soll’s. Eine Stunde zu früh, haben wir nun Zeit für Picknick, Fotos und Co.
Das Wassertaxi kommt pünktlich und bringt uns mit 2 Zwischenstopps zurück zum Ausgangspunkt. Turbulenzen im Flugzeug sind Kinderkram dagegen, wie das Wassertaxi gegen die Wellen knallt und hinter der Wellen wie in ein Loch fällt. Inzwischen ist Ebbe und wir lernen, das der Unterschied zwischen Ebbe und Flut hier 4,1m beträgt. Daher werden wir einige hundert Meter von der Straße entfernt von einem Traktor mit Hänger abgeholt, auf den das Boot geparkt wird. Die Passagiere bleiben im Boot sitzen, während es auf dem Hänger bis zur Basisstation Gefahren wird. Wir fahren also im Boot auf der Straße – irgendwie skurril. Ein ereignisreicher Tag neigt sich damit dem Ende.

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