Die Reise zu den Grünschalenmuscheln

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Der vorletzte Radeltag steht an und wir haben 75km auf dem Plan. Über das Terrain wissen wir nichts, am besten einfach losfahren. Aber es regnet am Morgen, auch die ganze Nacht hat es schon wie aus Kübeln gegossen und gewittert. Wir essen und machen uns fertig zur Abfahrt, harren aber noch in unserer Hütte aus. Es will einfach nicht aufreißen in Nelson. Irgendwann legen wir die ersten Meter zum Supermarkt zurück, Gaby in voller Regenmontur, Karsten optimistisch ohne. Nach einem weiteren Schauer geht’s zum Fahrradladen, da die Befestigung für den Anhänger etwas verbogen ist. Der erste Radladen weist uns mit Wartezeit zurück. Der zweite bei R&R Sport versteht unser Anliegen, Karsten bekommt eine Zange und nach 1min sind wir wieder weg. Und nein, sie haben keine Regenüberschuhe für Karsten im Angebot. Das braucht man hier wohl nicht…. Inzwischen bilden sich einige blauer Löcher am Himmel, die Straße trocknet rasch ab, ich entledige mich der Regenjacke und los geht es endlich. Wir fahren fluffig gen Westen, bis die Straße von Meer weg biegt. Ab hier geht es langsam, aber stetig bergauf. Aha, eine Bergetappe also. Es stellt sich heraus, dass wir eine tolle kurvige Straße durch ein sehenswertes Tal bergauf fahren. Nicht zu steil, nicht zu flach. Sehr, sehr schön, genau nach unserem Geschmack. Sollte man als Radfahrer in Neuseeland unbedingt mitnehmen. Einzig die riesigen Trucks, die eher wie Monster wirken und entweder Baumstämme oder Schiffscontainer transportieren, sind etwas gefährlich. Aber dennoch äußerst schön zu fahren. Es geht von knapp 400m Höhe rasant bergab bis auf etwas über 100m. Nach einem kurzen Flachstück pedalieren wir erneut bis auf rund 250m über N.N. Es folgt erneut eine schnelle knackige Abfahrt, auf der Karsten plötzlich stehen bleibt. Ein Schild zeigt zu einem Café, das erste auf der heutigen Route. Kommt gelegen, denken wir und fahren hin. Es stellt sich als eines der besten unserer ganzen Reise heraus: Mount Richmond Estate Foresters Café. Wir bestellen Toasties für Gaby und Kartoffelecken für Karsten. Danach noch ein großes Stück Carrot Cake und ein Orange Coconut Slice. Der Hammer! Der beste Carrot Cake ever. Wir lassen es uns auf der überdachten Veranda so richtig munden und genießen das tolle Flair. Der Himmel hat sich nun wieder zugezogen, es regnet und regnet und ist grau in grau. Blöd. Der Wirt, ein sehr netter, muntert uns mit der Aussicht auf abfallende bis flache letzte 30km auf. Wir ziehen die Regensachen an und stehen dann abermals wie bestellt und nicht abgeholt auf der Veranda, da der Regen stärker wird. Irgendwann, es ist bereits 4Uhr, fahren wir einfach los. Es ist ganz schön warm und wir schwitzen unter den Regensachen, atmungsaktiv hin oder her. Aber es rollt echt fluffig. Nach 1h zackigem Radeln sind bereits über 26km weg, bleiben noch lächerliche 4km bis zum heutigen Ziel Havelock. Dieser Ort nennt sich die Welthauptstadt der Grünschalenmuscheln. Das Restaurant “The Mussel Pot” lässt keinen Zweifel daran. Der Campingplatz hat sogar noch eine einfache Cabin für uns frei. Ist wirklich sehr einfach, reicht aber für eine Nacht. Wir beeilen uns, in den örtlichen Dorfladen zu kommen, inzwischen wieder in kurzer Hose und T-Shirt. Hier können wir einige dieser lebenden Muscheln anschauen. Ein kleiner Stadtbummel ist auch noch drin. Der Zeltplatz hier ist echt nicht schlecht. Einfach zwar, aber alles ordentlich, ruhig, kaum Leute. Und keine Sandflies, ist ja auch mal was. Für die Polizisten unter unseren Freunden haben wir das örtliche Police Office auf einem Foto festgehalten. Der Abend klingt auf der Veranda vor unserer Cabin aus, gute Nacht!

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