Schlussetappe

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In der Nacht sowie auch noch am Morgen und Vormittag schien in Havelock die Welt unter zu gehen. Es regnete monsunartig und stürmte zwischen 90 und 110 km/h. Echt schrecklich, die Nacht über haben wir kaum geschlafen. Dafür können wir wieder mal ein rotes Kreuz im Kalender machen, da die Wahl einer Cabin grandios richtig war. Im Zelt bei dem Wetter und dann noch im Regen zusammen packen und nasse Sachen anziehen – zum Glück nicht. Wir müssen heute irgendwie nach Pucton kommen, lächerliche 35km. Aber bei dem Wetter Radfahren? Immerhin regnet es quer, mal von rechts und mal von links. Wir machten zunächst einen Stadtbummel. Zur Info, zum Schnickschnackladen und dann wieder zum Zeltplatz. An allen drei Orten meinte man, es wird aufreißen, der Regen zieht weg, aber der starke Wind bleibt. Auf Bus fahren hatten wir dann auch keine Lust. Die Motivation, das Ziel auf den Rad zu erreichen war zu groß. Also Radklamotten an, Regenzeug drüber und Augen zu. Wir fuhren im Sturm los. Endlich konnten wir auch wieder abseits einer großen Straße radeln. Wir folgten dem Queen Charlotte Drive an der Nordküste nach Picton. Aus Radlersicht eine der schönsten Straßen, denen wir begegnet sind: schmal, kurvig, tolle Ausblicke, wenig Verkehr. Aber das Wetter war ein Lotteriespiel. Wir fahren von der ersten Anhöhe hinunter und sehen links in 1km Entfernung wie es regnet. Ein paar Sekunden später erwischt es uns. Eh wir die Regenjacken angezogen haben und weiter radeln, scheint schon wieder die Sonne. Kaum hat Karsten die Jacke wieder abgeworfen, kommt der nächste Schauer. Dieses Spiel spielen wir eine Weile mit. Dann erreichen wir eine Punkt, ab dem wir nur noch kleine Buchten entlang fahren. Zur Bucht hin runter, danach wieder hoch. Sehr sehenswert und spannend. Etwa 5km vor Picton wechseln wir die Fahrtrichtung und cruisen von Norden her bergab nach Picton mit Blick auf den Hafen. Wir sind da!! Als Belohnung stärken wir uns in der Village Bakerij, DIE Bäckerei der Südinsel. Es folgt ein Einkaufsbummel, bei dem wir die längst ersehnten Souvenirs horten.
Danach fahren wir zur Autovermietung, wo wir eigentlich einen Kombi bestellt hatten. Wir bekommen einen Toyota RAV 4 Dreitürer. Manch einer nennt ihn ein Corsa als SUV. Hm, man mag es kaum glauben, aber wir bekommen alles irgendwie in dieses kleine Gefährt gequetscht und setzen unsere Reise zurück zum Flughafen mit dem Auto fort.
Heute ist es schon spät, erst 17Uhr verlassen wir Picton nach Süden. Wir wollen noch bis Kaikoura kommen und zwischendrin beim Stoneleigh Vineyard anhalten. Der Plan mit den Weingütern geht nicht auf. Hier ist schon alles dicht, keines hat mehr offen. Schade um den kleinen Umweg. Wir erreichen Kaikoura gegen 20Uhr und denken, einfach so zum Zeltplatz zu fahren. Aber nix da, nicht mal ein Zelt nehmen die ersten (besseren) beiden an. Beim dritten dürfen wir das Zelt aufbauen, zahlen einen schmalen Taler, bekommen dafür aber auch eher schmuddelige Verhältnisse. Viel schlimmer noch: Unser Zelt steht keine 100m von der Hauptsteaße entfernt an einer Stelle, wo die LKWs erst bremsen und gleich darauf wieder beschleunigen. Es sind verdammt viele LKWs unterwegs, als wir uns schlafen legen. Auch die Eisenbahn dampft vorbei. Außerdem werden wir Gäste eines feinen Popkonzertes gleich auf der anderen Straßenseite. Kostenlos Livemusik vom Feinsten bis 1Uhr nachts – dumm nur, dass wir seit 21Uhr versuchen, etwas Schlaf zu finden.

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