Von Makarora an die Westküste

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Das Ziel der heutigen Etappe ist Haast an der Westküste Neuseelands. Dazu müssen wir den Haastpass überqueren und dem Haast River in westliche Richtung bis ans Meer folgen.
Zum Frühstück stellen wir fest, dass unsere Vorräte gerade noch für eine Person reichen. Im Lodge-Shop kaufen wir eine Tüte reinen Uncle Bens Schnellreis und mischen ihn unter die übrigen Haferflocken. Geht eigentlich. Frisch gestärkt, jedoch mit etwas schmerzenden Beinen machen wir uns auf den Weg. Wie meistens weht morgens der Wind aus Süd, sodass wir zunächst gut voran kommen. Der Haastpass mit seinen knapp 600hm ist unspektakulär erklommen. Karsten hat die Idee, einem Waldweg zu einem Aussichtspunkt zu folgen. Gesagt, getan, und weil es sonst langweilig wäre, steigen wir einen steilen Wanderweg gen Himmel. Nach dieser kleinen Abwechslung rollt es fluffig weiter, wir stoppen hier und da an Wasserfällen oder hübschen einspurigen Brücken und machen Fotos. Plötzlich geht es rasant bergab, richtig steil und kurvig. Eine Ausfahrt für nicht mehr bremsfähige LKW wird angeboten. Als wir unten ankommen, glühen die Bremsscheiben. Jene von Karsten haben sich verfärbt.
Zum Mittag gönnen wir uns heute den Silvesterreis. Schmeckt solala, schlimmer sind aber die Sandflies, die uns schnell zum Weiterfahren überreden. Als wir die Fahrtrichtung nach Westen wechseln, haben wir den tollen starken Wind wieder direkt von vorne. Der Haast River erweist sich als ein riesengroßes und vor allem sehr breites Flußbett, durch das der Wind pfeift und der Staub in die Luft gewirbelt wird. Wir kämpfen uns umrahmt von Regenwald die Hügel entlang und erreichen nach 80km Haast. Dass hier nur 150 Leute weit verteilt wohnen, war uns nicht bewußt. Wir finden aber den Hinweis auf einen Top10 Campingplatz, der erst seit 7 Monaten existiert. Alles neu, alles hübsch. Der Gastgeber fährt uns zum Supermarkt in die “Stadt”. Die Ausmaße des Supermarktes lassen sich am besten am Beispiel der Möhren beschreiben: diese gibt es verpackt zu je 2 Stück in kleinen Tütchen. Es liegen 4 Tütchen im Regal. Unser erhoffter Großeinkauf fällt damit eher klein aus, dennoch lassen wir einen ganzen Batzen Geld hier. Der Abend zeigt sich von seiner schönsten Seite, eine tolle Abendsonne und angenehmer Wind. Handynetz gibt es hier immer noch keines, sodass wir nur das nötigste am örtlichen PC erledigen.

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Radelnd ins neue Jahr

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Wir werden heute wieder mit der Sonne geweckt und verlassend vor lauter Hitze unser Zelt. Bruno verabschiedet sich derweil zur morgendlichen Mountainbiketour. Wir machen uns in der Küche unser Frühstück und nehmen es bequem auf der Terrasse vor seinem grandiosen Haus zu uns. Ehe wir fertig zur Abfahrt sind, sind sowohl Bruno als auch seine Eltern zurück und wir können uns noch ordentlich bedanken und verabschieden. Es stehen eigentlich nur 60km bis zu einem Campingplatz in Makarora an. Daher besuchen wir vorher noch die Puzzling World und bespaßen uns im Labyrinth sowie in den Illusionsräumen. Es ist nahezu 14Uhr, bis wir uns auf den Weg machen. Es ist brütend heiß und es wird immer heißer. Die Hügel ziehen sich so dahin, Shops sind Mangelware. Am Lake Hawea geht Gaby sich die Beine abkühlen. Weiter geht es Richtung Norden. Nach und nach knabbern wir unsere Vorräte weg. Die letzten 10km ziehen sich wieder quälend und mit starkem Gegenwind durch das Niemandsland. Endlich erreichen wir, inzwischen völlig ausgebrannt und leer, die Makarora Lodge, wo wir zelten werden. Wir beeilen uns mit Zeltaufbau und Dusche und fallen dann in die kleine Bar ein, die zum Glück existiert. Hier bekommen wir je eine große Portion mit hausgemachten Fries und je 2 Schnitzeln. Nebenbei knobeln wir an einem Denkspiel aus der Puzzling World. Der Tag klingt nach den von der Sommerhitze gebranntmarkten Anstrengungen dann doch gemütlich aus.

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Der Silvestertag – as crazy as possible

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Heute war also der letzte Tag des Jahres 2011. Wir genießen den morgen in unserem Hotelzimmer mit Frühstück im Bademantel auf dem Balkon. Perfekt! Ich stelle an der Rezeption nochmals die Frage, ob nicht doch noch jemand storniert hat. Leider immer noch nicht, das Schicksal nimmt also seinen Lauf und wir machen uns radelfertig. Das Gepäck wir vom Roomboy abgeholt und die Räder werden uns vor den Hoteleingang gebracht. Wir wollen heute über einen Unweg über Shotover und Arrowtown fahren, um die lästige Raserstraße zu meiden. Dies erweist sich als gute Wahl, wenngleich wieder einige steile Hügel den Weg zieren. Uns kommen sogar ab und zu ein paar Rennradler entgegen. In Arrowtown machen wir dann einen kurzen Stopp und sehen uns das gemütliche Treiben an, quasi das Vorglühen zum Silvesterabend. Wir schlendern etwas durch die Gegend und entscheiden uns für einen Snack in der gut besuchten Bakery. Es gibt einen kleinen Pizzakuchen, ein Scheibe Hoky Poky, ein Stück Puddingkuchen und ein Lachssandwich. Klingt so aufgeschrieben nicht lecker, war aber vorzüglich! Mit dieser kleinen Stärkung können wir uns auf zum Cardrona Pass machen, über diesen sich die Crowne Range erstreckt. Der Pass hat es in sich. Er beginnt sehr steil und schlängelt sich in Serpentinen den Berg hoch. Die Sonne brennt, ein Lüftchen geht hier kaum. Weiter geht es in einer leicht ansteigenden Ebenen, bis sich hinter einer Kurve das wahre Ausmaß des Anstieges erblicken lässt. Da haben wir uns aber was eingebrockt. Es geht extrem steil, viel steiler noch als zuvor, nach oben. Karsten bekommt die Kurbel kaum noch herum (8 Gang Nabenschaltung mit 30kg Lastenhänger) und ich muss zu sehen, dass ich nicht stehen bleibe. Nach etwa 1,5h haben wir es geschafft und stehen an höchsten geteerten Punkt Neuseelands in knapp 1100m Höhe. Diese Anstrengungen werden wir in den folgenden Tagen noch zu spüren bekommen. Wir unterhalten uns kurz mit einem älteren Kiwi-Paar und freien uns auf die bevorstehende Abfahrt sowie die Taverne im Cardrona Skigebiet. Beides ist toll, v.a. die Taverne ist sehr originell und beschert uns Cola und Apple Pie mit Vanilleeis. Danach geht es weiter leicht abschüssig bis nach Wanaka, die obligatorischen Hügel inbegriffen.
Wir erreichen Wanaka, ein beliebter Urlaubsort am Lake Wanaka. Hier trifft sich wohl halb Neuseeland, denn alle 3 Zeltplätze sind restlos ausgebucht und zugestellt. Wie schon vermutet müssen wir uns auf den Weg zum einfachen Campground machen, noch mal 5km Hügelstraße. Leicht genervt kaufen wir 2 Tüten Uncle Bens Schnellreis mit Geschmack für den Campingkocher. Nachdem wir nun schon kreuz und quer durch Wanaka geirrt sind, stehen wir 2 km vor dem einfachen Zeltplatz wieder mal am Straßenrand und beratschlagen uns. Da hält in der Nebenstraße plötzlich ein Auto, ein junger Mann springt heraus und fragt, ob er helfen kann. Letztlich lädt er uns zu sich ein. Etwas skeptisch folgen wir ihm 200m zu seinem Haus, wo bereits seine Eltern warten. Sein Name ist Bruno, aus dem Wagen springt ebenfalls Jana, seine Ex-Feeundin. Jana ist Deutsche, lebt seit ein paar Jahren in Wellington und kommt ursprünglich aus Dresden. Mal wieder eine dieser lustigen Bekanntschaften. Wir bauen unser Zelt neben Brunos Gemüsebeet auf und dürfen uns dann in seinem Haus duschen. Zögerlich nehmen wir die Einladung zum Abendessen an und bekommen jeder ein halbes BBQ-Steak mit Reis und Salat und dazu einen Wein (o.ä.) Wir quatschen mit allen Beteiligten sehr angeregt, bis es langsam Abend wird und alle zu Bett gehen. So kriechen auch wir ins Zelt und warten noch bis Mitternacht. Ein paar wenige Raketen gehen zum Himmel hoch, die Milchstraße, die sich direkt über uns erstreckt, ist aber weitaus beeindruckender. Prosit Neujahr, Sekt haben wir leider keinen gekauft. Das war wohl der verrückteste Silvestertag, der uns immer in Erinnerung bleiben wird. Die Einladung von Brunos Eltern nach Wellington nehmen wir gerne an und Laden natürlich auch alle gerne zu uns ein. Das Brunos Vater öfter mal eine Radreise durch Europa macht, ist dies sogar recht wahrscheinlich.

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Zurück nach Queenstown

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Der Overnight Cruise im Milford Sound (Fjord) neigte sich dem Ende. Wir bekamen einen tollen Sonnenaufgang, eine rauhe Tasman Sea sowie weitere beeindruckende Naturschauspiele zu Gesicht. Gegen 9.30 Uhr sind wir vom Schiff gegangen, der Bus, der uns den ganzen Weg zurück nach Queenstown bringt, fährt aber erst am Nachmittag. So setzen wir uns vor das Blue Duck Café, schreiben Postkarten und gucken herum. Später radeln wir die kurze Strecke zur Milford Lodge, um den Internetpass abzunutzen, gemütlich zu sitzen und die Zeit zu vertreiben. Während Karsten etwas schräg auf dem Lounge-Sofa hängt, versuche ich eine Übernachtung in Queenstown zu bekommen. Da selbst auf sämtlichen Zeltplätzen nicht mal mehr Platz für ein weiteres kleines Zelt ist, haben wir ein Problem. Die Lösung ist das Crowne Plaza Hotel direkt am Hafen, welches wir vor ein paar Tagen bei unserem Ausflug gesehen hatten. Da ich noch ein paar Hotelpunkte von meiner früheren Tätigkeit übrig habe, buche ich ein Zimmer for free. Die Bikes können wir gemütlich schon lange vor der Abfahrt im Bus verstauen. Die Rückfahrt nach Queenstown eröffnet ganz neue Perspektiven auf die Landschaft. Erstaunlich.
Lustigerweise hält der Bus direkt gegenüber dem Fahrradladen, bei dem wir neulich die Speichen vergessen hatten. Während Karsten die Bikes montiert springe ich schnell rein und bekomme die Speichen sofort ausgehändigt. Sie waren sorgfältig unter der Theke mit der Notiz ” Customer forgot to take these but paid for” aufbewahrt worden. Toll!
Im Hotel, zu dem wir nur kurz radeln müssen, werden wir extrem freundlich empfangen. Neben einem Lake View upgrade wird unser Gepäck auf das Zimmer gebracht und die Bikes werden sicher geparkt. Wahnsinn. Wir müssen nichts weiter tun als auf das Zimmer zu gehen. Das Zimmer selber ist ebenso Wahnsinn und wir versuchen, jede Minute des Abends sowie des folgenden Morgens zu genießen. Ein echt tolles Hotel mit grandiosem Balkon und Blick auf Queenstown, den Hafen, Lake Wakatipu sowie die Bergkette The Remarkables. Einfach genial. Als es kalt wird, setzen wir uns im Bademantel in den Sessel und gucken von innen nach außen. Die Frage nach einer weiteren Nacht im Hotel fällt leider negativ aus, alles voll. Wäre auch zu scho gewesen, das Neujahrsfeuerwerk von diesem grandiosen Balkon aus zu beobachten.20120101-192259.jpg

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Durch den Homer Tunnel zum Milford Sound

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Wir wollen heute zeitig los, da ein Pass mit knapp 1000m Höhe wartet sowie das Segelschiff, auf das wir kurz nach 16 Uhr gehen wollen. Zuvor würden wir nach der Zeltnacht ohne Waschgelegenheit gerne noch eine Dusche nehmen.
Wir stehen mit blauem Himmel kurz nach 7 Uhr auf und essen warme Oats mit Milch. Die Sandflies nerven heute morgen ohne Wind wieder ungemein, sodass wir hastig zusammen packen und erstmal losrollen. Am Straßenrand tragen wir auf die erste Schicht “Goodbye Sandfly” – Öl eine Schicht Sonnencreme. Gaby packt darüber noch mal Sandfly Goodbye – doppelt hält besser ;-) Zugeölt geht es auf zum Pass. Nach ein paar Fotostopps im unteren Teil des Anstieges fährt jeder sein Tempo hinauf. Die Landschaft ist wirklich ziemlich schön anzusehen. Es wird zunehmend feucht, bis es schließlich immer mal wieder regnet. Kurz vor dem Homer Tunnel, dem höchsten Punkt der Straße, regnet es richtig und es ist kalt, zudem sind wird durchgeschwitzt. Im Schutze der Tunneleinfahrt werfen wir Weste und Beinlinge über, Gaby montiert das Blinklicht. Bei der nächsten Grün-Phase in unsere Richtung nutzen wir eine Lücke und stürzen uns in den fast nicht beleuchteten 1,2km langen Tunnel. Es ist leicht beängstigend, aber wir kommen unversehrt am anderen Ende heraus. Wir ziehen nun auch Regensachen, Buff und lange Handschuhe an, da es in Strömen regnet – von oben wie von unten. Unten angekommen geht es sofort in die Lodge, wo wir willkommenerweise duschen, Wäsche waschen und Wäsche trocknen. Dann noch ein Cappu und die Welt ist wieder kn Ordnung. Ein Shuttle bringt uns mit unserem Zeug zum Hafen. Dort ist gerade Massentrubel, aber wir können alles erledigen und letztendlich glücklich an Bord gehen.
Es regnet immer noch kräftig, aber wir trotzen dem Wetter und schauen und Landschaft und Tiere an, darunter Seelöwen und Delphine. Riesige Wasserfälle, die erst vor 3h zum Leben erweckt wurden durch den Regen, prasseln direkt vor unserer Nase herab. Mit einem reichlichen und gemütlichen Dinner neben 2 Holländern und 2 Indern klingt der Tag aus.

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Into the Fiordlands

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Wir haben ein stürmische Nacht hinter uns, die nur wenig Ruhe zum Schlafen bot. Da wir die Nacht auf dem Milford Mariner Segelschiff fix gebucht haben, müssen wir heute so viel wie möglich Weg zurück legen, am besten bis zum letzten Zeltplatz vor dem Pass. Wir starten in Te Anau, der Wind bläst in strengen Böen gegen uns. Bereits nach 15km will Gaby genervt die Segel streichen und umkehren. Bei 10km/h Hügel hoch und runter ist ein Ende nicht in Sicht. Das iPhone muss herhalten für die Suche nach Bus, Mietwagen und Co. Das Netz ist hier draußen aber so langsam, dass wir schließlich doch weiter radeln. Zur Belohnung spendet uns die Strecke ab und an Waldstücke – Regenwald – die den Wind wenigstens etwas abschirmen. Nach 29km kommt eine Lodge und der Hinweis “Last Café before Milford”. Wir kehren ein, das beste Menü ist ein Toast ‘all in’ ergänzt mit Muffin und Cola. Weiter geht es durch Regenwald, über endlose Hügel und vorbei ein Bächen und Seen. Die Landschaft wir zunehmend interessanter. In Knobbs Flat, etwa 16km vor dem erhofften Tagesziel, ist ein bewirtschafteter Campingplatz. Wir kaufen 2 Dosen Cola und 1 Dose Sprite am Automaten, mehr gibt es nicht. Wer weiß, wann wir das nächste Mal frisches Trinkwasser sehen werden. Allein der Gedanke, Cola in der Tasche zu haben, verleiht Flügel. Wir radeln fleißig die nächsten Hügel und Windpassagen entlang und erreichen tatsächlich den Campground am Lake Gunn. Wir hatten uns hier einen einsamen See im nirgendwo vorgestellt. Als wir eintreffen, stehen bereits ein Duzend Camper und Autos herum. Später werden es doppelt so viele dicht an dicht. Glücklich, ein Zelt mit Schlafsack zu haben, beobachten wir ein Pärchen in Flipflops, wie sie durch das ausgetrocknete Flussbett staksen. Leicht zimperlich wird ein aufgeblasenes luxuriöses Gästebett ans Ufer des Sees platziert. Wir beschäftigen uns indessen mit der simplen Frage, wie wir an Trinkwasser kommen, wo doch das Flussbett ausgetrocknet ist. Der Ranger, besser gesagt Ranger und Rangerin auf der abendlichen Budgetkontrolle, meinen, abgekochtes Seewasser aus dem Lake Gunn würde auch bekömmlich sein. Nun gut. Wir sind trotzdem sehr sparsam und gehen nach einem Topf Nudeln vom Campingkocher bereits kurz nach 20 Uhr etwas durstig in unsere Schlafsäcke.

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Das neuseeländische Outback

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Nach dem ersten Weihnachtsfeiertag brechen wir nun auf zum nächsten Ziel, dem Milford Sound in der Fjordlandschaft. Dazu haben wir uns 3,5 Tage Zeit gegeben. Der erste halbe Tag wird für das Kaufen eines Fährentickets sowie letzte Besorgungen in Queenstown verwendet. Da Karsten eine Speiche gebrochen ist, fahren wir beim Fahrradladen vorbei, lassen es reparieren und kaufen sicherheitshalber noch 5 Speichen extra. Wir nutzen die Gunst und pumpen die Räder mit einer Standpumpe auf. Noch ein Abstecher in den Supermarkt und einen Souvenirshop, und dann ist es auch schon Zeit für die Fahrt über den Lake Wakatipu ins Outback. Auf der anderen Seite des Sees fahren wir erst etwas parallel zum See, biegen dann nach etwa 10km vollends ins staubige Hinterland. Was nun folgt sind staubige Schotterstrassen. Jeder macht sich so seine Gedanken, bis Gaby plötzlich einfällt, dass wir die Ersatzspeichen auf der Ladentheke vergessen haben. Bei dem ruppigen Untergrund kommen leichte Sorgenfalten auf. Die letzten 15km bläst uns der Wind extrem stark direkt ins Gesicht. Vorbei kommende Fahrzeuge, mit denen wir gar nicht gerechnet haben, stauben uns mehr und mehr ein. Am Abend erreichen wir überglücklich den Zeltplatz am South Mavora Lake, d.h. irgendwo ein Platz im Wald am See. Wir packen unsere 10 NZD in ein Plastetütchen und schreiben unseren Namen drauf. Auf der Suche nach einem noch nicht belagerten Fleckchen bekommen wir von einem Urlauberpaar 3 Flaschen Wasser aufgefüllt, da wir völlig trocken gelaufen sind. Später finden wir noch frisches Wasser. Am See eine kurze Katzenwäsche, dann das Abendmahl kochen (Reis mit Tomatensoße …) und schon kommt der Ranger vorbei, der die ordnungsgemäße Bezahlung kontrolliert. Ein super netter und lustiger Typ. Das Wasser könnten wir so trinken, wir kochen es aber lieber ab.
Am nächsten morgen geht es schnell los, da die unerbittlichen Sandflies nerven. Zunächst haben wir wieder 30km Schotterpiste vor uns. Die Autos überholen uns unsanft und hüllen uns in Dreck. Der Schotter lässt sich sehr schwer fahren, da er rechts und links der Fahrspuren sehr lose und tief ist. Den Wind haben wir die ganze Zeit gegen uns. Recht unspektakulär und mental etwas angefressen erreichen wir nach weiteren 30km auf der windigen Strasse mit einer Geschwindigkeit von knappen 15km/h auf der Geraden endlich Te Anau, den Eingang zum Fjordland Nationalpark. Auf dem Zeltplatz führt der erste Weg unter die Dusche. Nach 2 Tagen in Staub und Wind ein echter Luxus – aus dem Radio ertönt passend der Song “‘Cause you had a bad day…”. Hier lernen wir auch das erste Mal die Vorzüge eines Trockners kennen: warme trockne Wäsche ‘on demand’.

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Weihnachten in Queenstown

Am ersten Weihnachtsfeiertag haben wir uns den ersten Ruhetag gegönnt. Wobei… ganz so ruhig war es dann doch nicht. Josef, unser österreichischer B&B Gastgeber, hat uns am Vortag die Dart River Wilderness Safari empfohlen. Und da Karsten eh gerne mit dem Jetboat fahren wollte, fiel die Entscheidung nicht schwer.
Dazu klingelte bereits 6 Uhr morgens der Wecker, kurzes Frühstück und ab geht’s. Josef fuhr uns ein paar hundert Meter zum vereinbarten Treffpunkt. Ein sehr alter und uriger Bus mit Busfahrer Tom fuhr uns und ein paar weitere Touris nach Glenorchy. Dort stiegen wir mit je einer Rettungsweste in das Jetboat. Vom Ende des Lake Wakatipu jetteten wir den Dart River hinauf. Super genial und tolle Landschaft. Wahnsinn auch, wie der Fahrer das Jetboat durch die flachen und steinigen Gewässer steuert. Nach etwa 45km und ein paar 360s später wechselten wir ans Ufer. Nach einem kurzen Marsch durch einen Wald mit Beach Trees, wo auch schon viele Filme gedreht wurden, ging es weiter mit einem 4WD-Bus. Zwischendurch hielten wir noch an DEM Filmpunkt für alle möglichen Filme und TV-Spots, u.a. Herr der Ringe, BMW, VW, Toblerone, … Ein ereignisreicher Tag also. Dieser sollte mit einem BBQ bei Josef enden. Für uns, für sich sowie für ein indisches Paar aus Singapore grillte er Beef, Lachs und Tintenfisch zu Nudel-und Kartoffelsalat. Der Abend klang mit diesem gemütlichen Beisammensein aus.

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Merry Christmas!

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Sheep Skin in the Box – auf dem Weg nach Queenstown

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Die letzten beiden Tage verliefen recht unspektakulär. Nach unserer Nacht auf der Schafwiese einer Range haben wir uns mehrfach für die Gastfreundlichkeit bedankt und sind nun wirklich einem entspannten Tag entgegen gerollt. Zunächst fuhren wir die letzten Kilometer durch das Lindis Valley. Heutiger Höhepunkt sollte der Merino Wool Shop in Tarras sein. Dort angekommen stellten wir fest, dass es auch tatsächlich nichts weiter als den Shop, ein Café sowie eine Tankstelle gab. Wir suchten uns die zwei schönsten Schaffelle aus. Das macht sich besonders gut, wenn man erst danach genauer über deren Transport nachdenkt. Die Lösung hieß “Sheep Skin in the Box” – wir ließen sie uns sorgfältig versandfähig verpacken und mussten sie nur noch 25km bis zum nächsten Dorf transportieren. Gaby versuchte sich dabei als Postbote. Nach schnellem Zeltaufbau in Cromwell ging es auch sofort zur örtlichen Post und die heiße Ware waren wir wieder los. Unsere Nachbarn dürfen sich nun auf 2 Schaffelle freuen.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich relativ zügig nach Queenstown fahren, schließlich war es Heilig Abend. Es war in der Sonne wie immer brütend heiß und aus zügig wurde mäßig. Kaum hatten wir die Kuppe eines Hügels erklommen, streckte sich schon die nächste schanzenartig nach oben führende Hügelstraße vor uns aus. Zwischendurch passierten wir ein tolles Weinanbaugebiet rund um Gibbston. Leider aber hatten wie dafür nicht allzu viel übrig. Einzig die sich einmalig ergebende Chance der Nahrungsaufnahme in einer Taverne in mitten eines Weinbergs gab Grund zum verschnaufen. Auf der letzten 20km passierten wir noch DAS Bungee Jumping Mekka schlechthin. Hier wird von einer historischen Brücke Indien Kawarau River gesprungen, zumindest mit den Haarspitzen. An dieser Stelle wurde das Bungee Jumping quasi erfunden.
Weiter ging es noch ein paar kräftezehrende Hügel mit Gegenwind bis Queenstown. Hier haben wir uns zur Feier des Tages ein tolles B&B mit Seeblick auf den Lake Wakatipu gegönnt. Am frühen Abend dann sind wir in das Stadtzentrum gefahren und haben auf dem Balkon eines Restaurants unser Weihnachtsessen verspeist. Diesmal nicht Kartoffelsalat mit Würsten, dafür aber italienisch auf neuseeländisch. Merry Christmas!

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